Grecu, Mihai.
*1981 in Sebes RO, lebt in Paris F
2004-2009 Studium an derUniversity for Art and Design in Cluj Napoca und and der the Ecole Supérieure
des Arts Décoratifs, Strasbourg LU
Ausstellungen [Auswahl]:
2008 InVideo: Lands And Skies, Spazio Oberdan, Milan I
2007 Panorama 8 - Présumes Coupables, Le Fresnoy, Studio national des arts contemporains, Tourcoing F
2005 internationaler medien kunst preis 2005, ZKM Museum für Neue Kunst und Medienmuseum, Karlsruhe D
Coagulate
2008 >> 05:56 Min, Ton, Farbe
Wasser erstarrt, ein Aal atmet an Land wie ein Mensch und eine Wasseroberfläche schwebt gegen das Gesetz der Schwerkraft horizontal in der Luft. Mihai Grecu verstößt - in seinem Video Coagulate [dt.: zum Gerinnen bringen] - gegen die physikalischen Gesetze der Natur und lässt das Element Wasser als Protagonist eine Choreografie der Zeitlosigkeit durchlaufen. In verschiedenen Sequenzen erleben wir das Wasser im Außen- und Innenraum, in seinem natürlichen Umfeld und in einem kargen Rohbau industrieller Architektur, wobei der Betrachter einer Versuchsanordnung beiwohnt. Grecu versetzt das Wasser in unnatürliche Zustände, indem er es durch digitale Bearbeitung - Zeitlupe oder Standbild - "gerinnen" lässt. Der Betrachter wird von dem paradoxen Konzept einer flüssigen Skulptur in die Irre geführt. Durch das überlagern von mehreren Layern und Tonspuren inszeniert der Künstler eine verkehrte Welt: Stör und Aal sind scheinbar in der Lage, an der Luft zu überleben, denn man vernimmt ein deutliches Atemgeräusch. Der Mensch hingegen atmet mit dem Kopf unter Wasser, wobei seine Rippenbögen die Assoziation von Kiemendeckeln erwecken. Durch die mysteriöse Ästhetik und Eleganz seiner Bilder treibt Grecu den Betrachter an die Grenzen seiner optischen Wahrnehmung.
Helen Wobbe



