Januar 2005
Valie Export: "Die Praxis der Liebe" / real ficitions - inszenierte Realitäten im Video / Christian Jankowski (Wiederholung)
Valie Export: "Die Praxis der Liebe"
Montag, 24. Januar 2005, 21.30 Uhr, Bonner Kinemathek in der Brotfabrik
Tina Rehn / Kunstwissenschaftlerin
"Die Praxis der Liebe", Österreich 1984 - Regie: Valie Export - 90 min
Vorfilm: "Syntagma", Österreich 1984 - Regie: Valie Export - 20 min
Die Journalistin Judith recherchiert einen nicht geklärten tödlichen Unfall in einer Wiener U-Bahn-Station und stößt dabei auf eine internationale Waffenschmuggelorganisation. Video-Überwachung in U-Bahnen und im Straßenverkehr, Tonbänder und Fotos nehmen sowohl als Gestaltungselement als auch inhaltsbezogen eine zentrale Stellung ein. Mittelmäßigkeit, Lüge und Gewalt werden als Hauptthemen auf den Handlungsebenen der Privatsphäre, der Gesellschaft und der Medien mit behutsam eingesetzten Stilmitteln aus der Videoavantgardekunst umgesetzt.
real ficitions - inszenierte Realitäten
Mittwoch, 12. Januar 2005, 19 Uhr im Auditorium des Kunstmuseum Bonn
Katja Albers / Neuer Berliner Kunstverein
Für alles, was real ist, gibt es ein Gegenmodell, das erfunden ist. Und wo die Grenze zwischen dem wirklich Sichtbaren und dem Imaginären verläuft, weiß niemand so genau. Bilder aber sind Grenzgänger, Mittler zwischen den Ebenen, Medien der Transformation. Ganz besonders geeignet für den Grenzverkehr zwischen Realität und Fiktion sind Videobilder, denn sie vermitteln Authentizität und ermöglichen gleichzeitig Raum für das visuelle Erzählen von Geschichten, das Konstruieren von Wahrheit. Gerade in der Videokunst der letzten zehn Jahre lassen sich ganz verschiedene Tendenzen im Umgang mit der Realität erkennen. Im Zuge globaler Vernetzung, virtueller Kommunikation und Reality TV gewinnt die Frage nach der Wirklichkeit und ihrer Darstellbarkeit insbesondere für Videokünstler immer mehr Raum, was einerseits in der wachsenden Tendenz des Dokumentarischen zum Ausdruck kommt, andererseits aber auch besonderes Interesse an der Beschaffenheit der Realitätsebenen und ihrer greifbaren, wie oberflächlich kaum wahrnehmbaren Erscheinungenbeinhaltet. Auch die Suche nach den Grenzen der Wirklichkeit und der Wunsch, sie visuell aufzubrechen, spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.
Katja Albers, Assistentin des Video-Forums, zeigt verschiedene Positionen aktueller Videokunst aus dem Sammlungsbestand des NBK und geht ihrem Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktion nach.
Christian Jankowski (Wiederholung)
Dienstag, 11. Januar 2005, 19.30 Uhr, Bonner Kinemathek in der Brotfabrik
Georg Elben / Kurator & Leiter der Videonale 10
Christian Jankowski beschäftigt sich mit den visuellen Massenmedien. Wahrsager im italienischen Fernsehen, die dem Anrufer seine Zukunft vorher sagen, müssen die Erfolgsaussichten von Kunst erklären (Telemistica, 1999), im Pornofilmstudio geht es nach genreüblichem Beginn dann nicht um Sex, sondern um Beziehungsprobleme (Create Problems, 1999), Passanten vor den Toren der Studios in Roms Cinecittà entwerfen im Interview mit dem Künstler den Inhalt des Films, der dann tatsächlich mit ihnen gedreht wird (This I played tomorrow, 2003), und der jüngste Film handelt von der Macht der Bilder, die Häuser zum Einsturz bringen können (16mm Mystery, 2004).



