September 2009
Julia Draganovic: Als in Italien die Bilder laufen lernten. Zu den Anfängen italienischer Videokunst
Mittwoch, 16. September, 19 Uhr im Auditorium des Kunstmuseums Bonn. Eintritt frei.
Das Italien der 50er, 60er und 70er Jahre vermittelte nicht unbedingt das Bild einer High Tech Gesellschaft - und dennoch standen die "neuen Medien" sehr früh im Brennpunkt des Interesses einer langen Reihe von Künstlern, Galerien und Kunstkritikern. Bereits 1952 verkündete Lucio Fontana sein "Manifesto del movimento spaziale per la televisione" - und zwar im öffentlichen italienischen Fernsehen.
Ein Blick auf die Protagonisten der frühen Videokunst in Italien hält zahlreiche Überraschungen bereit: Er erfasst eine italienische Künstlerszene im regen Austausch mit den Performance- und Videopionieren aus den USA und Deutschland. Die Kuriositäten reichen von Bill Viola als Aufnahmeleiter und Schnittechniker für Giulio Paolini über Fabrizio Plessi und Christina Kubisch in Performances im Palazzo dei Diamanti in Ferrara und Joseph Kossuth am Pingpongtisch mit Gino de Dominicis bis zum "Auftritt" von Alighiero Boetti und Mario Merz im Deutschen Fernsehen dank der Fernsehgalerie von Gerry Schum.
Der Vortrag stellt die Hauptakteure der Videoproduktion der 60er und frühen 70er Jahre vor: Produktionsstätten und Galerien, Künstler, Theoretiker und Kuratoren, die sich um die Entwicklung und Verbreitung der Videokunst in Italien verdient gemacht haben.
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