Oktober 2009
Ulu Braun: Werkpräsentation
Mittwoch, 21. Oktober 2009, 19.00 Uhr im Auditorium des Kunstmuseums Bonn, Eintritt frei.
Ulu Braun, geboren 1976 in Schongau (D) zählt zu den aufstrebenden jungen Künstlern im Spannungsfeld der bildenden Kunst und des Films. Während der vergangenen Jahre hat er seine Filmsprache ungewöhnlich oft neu definiert und ein bereits umfassendes und visionäres Werk geschaffen. Der Collagegedanke scheint das auffälligste Merkmal seiner Arbeiten zu sein. Meist formt Braun aus der Diskrepanz unterschiedlicher Realitäten und Haltungen, eine Gleichzeitigkeit welche poetische und mystische Wirkungen hat. In seinem Real-Miniaturen-Epos "Die Flutung von Viktoria" begeben sich die Protagonisten auf eine Busreise in die Viktoria Ebene, einem Abriss von Neuer und Alter Welt, um diese ein letztes mal mit eigenen Augen zu erleben. Die Miniatur-Figuren wurden in Echtzeit inszeniert und wirken trotz Nähe zum Material sehr real, welches von den Einstellungen und Dialogen forciert wird. In seiner Real-Fantasy Film-Installation "Rhabarber Boy" geht er der Wahrnehmung eines Urwald-Jungen auf den Grund, welchem als Kontakt zur Außenwelt ausschließlich Comicfiguren zur Seite stehen. Im Hybridvideo "Fish Soup" portraitiert er eine mediterrane Küstenbevölkerung dabei, wie diese unterschwellig und ähnlich eines Rezeptes, das Mittelmeer zu einer gigantischen Suppe verwandelt. In der aktuellen Videoserie, Portraits äber die westliche Welt (bisher "Südwest" und "Westcoast") montiert er nach Leitthemen, Szenen aus Alltags- und Hochkultur zu konzentrierten Landschafts-Panoramen, welche die Wirkungen von Tradition, Globalisierung und Medieneinflüssen einbeziehen.
In den Elektronenströmen wird Ulu Braun neben den wichtigsten Arbeiten der letzten Jahre im Publikumsgespräch auf seine Arbeitsweise und Beweggründe eingehen. Zusätzlich wird er Einblicke in frühe Videoarbeiten, Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern und künftige Videoprojekte geben.



