Geoffrey Garrison.

*1978 in Atlanta, Georgia USA, lebt in Berlin D
2004-2006 Jan van Eyck Academie, Maastricht NL
1996-2001 Cooper Union, New York USA
1998-1999 Staatliche Hochschule für Bildende Künste Städelschule, Frankfurt D

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2008 Freunde und Bekannte, Sparwasser HQ, Berlin D
2007 Videonale 11, Kunstmuseum Bonn D
2005 - 2006 Performer in Untitled by anonymous in u.a. CCN Montpellier F
Centre Georges Pompidou Paris F
The Cut in: Private Investigations, Künstlerhaus Büchsenhausen, Innsbruck A

 

An Infinite Night

2008 >> 20:00 Min, Ton, Farbe

 

Geoffrey Garrison inszeniert in seinem Video An Infinite Night das fiktive B-Movie Remake von Pier Paolo Pasolinis The Arabian Nights. Er verlagert die Geschichte aus 1001 Nacht in ein Science-Fiction-Szenario um eine dystopische Gesellschaft in den USA - also eine Gesellschaft, die sich zum Negativen entwickelt - doch existieren von diesem Film nur einzelne Szenen. Zu Beginn des Videos werden Fotografien der texanischen Chihuahua Wüste eingeblendet, die Garrison als Kulisse des Films dienen sollten. Begleitend diskutieren zwei Erzähler aus dem Off die Entstehungsgeschichte des Films, um in einzelne Szenen einzuleiten. Die vorher durch Bild, Musik und Dialog aufgebaute ästhetische Erwartungshaltung steht in Kontrast zu den nun minimalistischen Filmszenen, die jeweils in einem leeren Raum stattfinden und vor allem durch sozialkritische Dialoge und die Erlebnisse der Protagonisten gekennzeichnet sind. Die Handlung des Films wird zwischen den Szenen von den Erzählern ergänzt. Es erfolgt eine Trennung der einzelnen Elemente des Films, die vom Zuschauer zu einem imaginären Ganzen zusammengefügt werden müssen. Zusätzlich verschwimmen die Realitätsebenen, da Pasolinis Film aus unterschiedlichen Perspektiven sowohl von den Erzählern, durch das dargestellte Thema des Films im Video, als auch von den Protagonisten selbst reflektiert wird. Auf allen Ebenen bleibt die Aneignung der Vorlage präsent. Die Inszenierung der Geschichte durchbricht somit alle Limitationen, ob narrativ, visuell oder logisch. Sie wird zu einer unendlichen Erzählung. An Infinite Night.

Frederik Ohlms

 

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