Braun, Ulu.

*1976 in Schongau, lebt in Berlin D, und Helsinki FIN
2000-2006 Hochschule für Film und Fernsehen, Potsdam D
1996-2000 Universität für Angewandte Kunst, Wien A

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2008 Ulu Braun, Brussels Flamingo, Contemporay art and New Media, Brüssel BL [S]
Trunk 2007 - special programm Färgfabriken, Stockholm S [S]
2007 Videonale 11, Kunstmuseum Bonn D
2006 4th International Media Art Biennale Seoul, Kit-Show, Kumho Museum of Art, Seoul KR,
40 jahrevideokunst.de - was fehlt?, Deutscher Künstlerbund, Berlin D

 

 

Rhabarber Boy

2007 >> 14:53 Min, Ton, Farbe

 

Mit der Anfangssequenz des Films wird am Schauplatz die Geschichte umrissen: das zum Urwald geformte Rhabarberbeet, die Libellen und die Silhouetten der Flugsaurier am Himmel, dazwischen ein Junge, nackt bis auf einen ledernem Lendenschurz, beim Zerteilen von Wild. Fernab jeder Zivilisation, jagt der einsame Junge nicht nur für sich, sondern auch, um Tag für Tag die gierigen Flugsaurier ruhig zu stellen. Weitere Elemente der Erzählung sind eine goldene Zigarette und eine ausgerissene Comic-Collage, die er in seiner Behausung hütet. Als zentrale Motive scheinen sie dem Jungen Rätsel aufzugeben, die er zu entschlüsseln sucht. Eines Nachts entdeckt der Junge in einem Erdloch ein seltsames Trio aus Indianer, Superheldin und blauem Bär. Die anfängliche Freude über die Comicfiguren hält nicht lange an, da die Stimmung in der Grube immer bedrohlichere Züge annimmt: der Indianer verwandelt sich in einen heulenden Wolf, die Superheldin stößt Schreie gleich einer Kampfansage aus und das blaue Bärchen entdeckt seine Sexualität. Als die Gruppe gemeinsam Libellen jagt und auf brutale Weise tötet, muss der Junge in das Geschehen eingreifen. Er handelt und der paradiesische Urzustand der Anfangssequenz scheint wieder hergestellt zu sein. Doch die Verhältnisse haben sich grundlegend geändert. Die filmische Videoinstallation Ulu Brauns Rhabarber Boy ist eine Reflexion über kindliche Imagination und stellt die Frage nach der moralischen Verantwortung der Unterhaltungsindustrie.

 

Kristina Preis
 

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