Novermber 2004

Christian Jankowski / Lynn Hershman Leeson / Aktion in medialer Vermittlung: Vito Acconci & Bruce Nauman

Konstrukt Kino: Christian Jankowski
Einführung: Georg Elben, Videonale

28. November 2004, 17 Uhr, Bonner Kinemathek in der Brotfabrik

 

Filme:

Telemistica, 1999

Create Problems, 1999

This I played tomorrow, 2003

Hollywoodschnee, 2004

16mm Mystery, 2004

Seit seinem Studium an der Kunstakademie in Hamburg beschäftigt sich Christian Jankowski mit den visuellen Massenmedien. Wahrsager im italienischen Fernsehen, die dem Anrufer seine Zukunft vorher sagen, müssen die Erfolgsaussichten von Kunst erklären (Telemistica), im Pornofilmstudio geht es nach genreüblichem Beginn dann nicht um Sex sondern um Beziehungsprobleme (Create Problems), Passanten vor den Toren der Studios in Roms Cinecittà entwerfen im Interview mit dem Künstler den Inhalt des Films, der dann tatsächlich mit ihnen gedreht wird (This I played tomorrow), und der jüngste Film handelt von der Macht der Bilder, die Häuser zum Einsturz bringen können (16mm Mystery).

 

Konstrukt Kino: Lynn Hershman Leeson - part two

9. November 2004, 19.30 Uhr, Bonner Kinemathek in der Brotfabrik

 

"Desire Inc" (USA 1990; Regie: Lynn Hershmann Leeson, 26 Min.)

"Die Verführung durch die Medien, wie sie das Publikum mit Ideen infiltrieren, die dann in unser Glaubenssystem übernommen werden. Ideen vom weiblichen Körper als Schauplatz von Reproduktionstechnologien und der Beweis, wie ursprünglich erotische Impulse, die aus frühen Phantasieprojektionen resultieren, später zu wesentlichen sexuellen Motivationen werden." (Lynn Hershman Leeson)

"Teknolust" (USA/D 2002; Regie: Lynn Hershman Leeson, mit Tilda Swinton, Jeremy Davies - OmU - 83 min )

Mithilfe ihrer eigenen DNA hat die Biogenetikerin Rosetta (Tilda Swinton) drei Replikanten geschaffen. Sie nennt ihre geklonten Ebenbilder Ruby, Marianne und Olive. Um zu überleben, brauchen die weiblichen Androiden männliche Y-Chromosome, die sie in Form von Bildern und Dialogen aus berühmten Verführungsszenen der Filmgeschichte absorbieren. Ruby beginnt, diese Szenen in der Realität nachzuleben und begegnet Phänomenen wie der Kunst, Spiritualität und zuletzt ihrer eigenen Fähigkeit, zu lieben. Die existenzielle Erfahrung der Liebe ist es, die schließlich die virtuelle Welt mit der realen verbindet.

Lynn Hershmans zweiter Spielfilm ist eine skurrile Cyberfantasie, in der auf humorvolle Weise aktuelle Diskurse wie Gender oder Gentechnologie in surrealen Kino-Bildern reflektiert werden.

 

Aktion in medialer Vermittlung: Vito Acconci & Bruce Nauman

Jenny Dirksen

3. November 2004, 19 Uhr im Auditorium des Kunstmuseum Bonn

 

Wenn Vito Acconci und Bruce Nauman in den 60er und 70er Jahren ihre Performances mit Video aufzeichnen, geht dies weit über eine reine Aktionsdokumentation hinaus. Beide Künstler lenken das Augenmerk auf die spezifischen Eigenschaften des Mediums. Dies geschieht ebenfalls, wenn sie alternativ die Fotografie oder Film verwenden. Besonders in Abgrenzung zu diesen Medien wird deutlich, welche neuen künstlerischen Möglichkeiten sich durch Video eröffnen und in welcher Weise Acconci und Nauman diese für ihre jeweilige Arbeit nutzbar machen.

 

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