Juni 2005

Künstlergespräch mit Ulrike Rosenbach / Künstlergespräch mit Klaus vom Bruch

Künstlergespräch mit Ulrike Rosenbach in der Ausstellung "Sich selbst bei Laune halten - Kunst der 70er aus der Schenkung Ingrid Oppenheim"

Mittwoch, 22. Juni 2005, 19 Uhr, Kunstmuseum Bonn

 

Eine Zusammenarbeit von Kunstmuseum Bonn und Videonale

Ulrike Rosenbach (geb. 1943) gilt als Pionierin der Videokunst und als eine der renommiertesten deutschen Videokünstlerinnen. Seit 1972 arbeitet sie in Videoperformances, -skulpturen und -installationen konsequent mit dem Medium, das sie seit 1989 als Professorin an der Hochschule der Bildenden Künste Saarbrücken lehrt. Bereits 1974 eröffnet Ulrike Rosenbach mit einer Video-Live-Aktion die Galerie von Ingrid Oppenheim in der Lindenstraße in Köln, dort richtet sie auch das Videostudio Oppenheim ein und betreut es zeitweise. Von Anfang an ist ihr Werk von einem feministischen Impuls getragen, 1976 gründet sie in Köln die Schule für kreativen Feminismus mit speziellen Arbeitsformen für Frauen. In der Künstlergemeinschaft Video-Rebellen mit Klaus vom Bruch, Marcel Odenbach und Rune Mields und dem Piratensender ATV (Alternativ TV) formuliert Rosenbach den Protest und eine Gegenposition zum etablierten Fernsehen und zum traditierten Kunstbegriff.  Bis heute prägen Handlung und skulpturales Denken den Umgang der Beuys-Schülerin mit den neuen Medien und ihre ebenso poetische wie rigorose Kritik am (immer noch) vorherrschenden Weiblichkeitsbild.

 

Künstlergespräch mit Klaus vom Bruch. Punkt Sieben in der Reihe Elektronenströme, in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum

Mittwoch, 1. Juni 2005, 19 Uhr, Kunstmuseum Bonn, Auditorium

 

In Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bonn. Der Abend mit Klaus vom Bruch bildet den Auftakt einer dreiteiligen Reihe von Künstlergesprächen mit den "Gründern" der Kölner Videokunstszene Klaus vom Bruch, Ulrike Rosenbach und Marcel Odenbach. Klaus vom Bruch, geb. 1952 in Köln und heute Professor an der Kunstakademie in München, gilt als einer der Pioniere der Videokunst in Deutschland. Er beginnt Ende der 70er Jahre seine Laufbahn mit politisch motivierten Videobändern, in den 80er Jahren sind seine Arbeiten dann vor allem raumbezogene Installationen. Durch seine Zusammenarbeit und Freundschaft mit Ulrike Rosenbach und Marcel Odenbach entwickelt sich in Köln schon früh eine prägende Videoszene, aus der auch der erste TV-Piratensender ATV (Alternativ TV) hervorgeht. Die von ihnen hergestellten Programme werden im Umkreis von einigen hundert Metern ausstrahlt. Künstlerische Kommentare auf politische Ereignisse (z. B. "Das Schleyerband" von 1977) erhalten so eine breitere Öffentlichkeit und werden als Gegenposition zum herkömmlichen Fernsehen genutzt. Thematisch hat Klaus vom Bruch immer wieder das Verhältnis der Bundesrepublik Deutschland zu ihrer Vergangenheit und Gegenwart reflektiert. Er bedient sich hierbei der Möglichkeit des Recyclings von Fernsehbildern, die er als "found footage" neu komponiert, so wie beispielsweise in dem Tape "Ulrike. Das Projekt" (2003), das in der Ausstellung der Videonale 10 zu sehen war und in der vom Bruch seine Beschäftigung mit den Leitfiguren der RAF fortsetzt.

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