September 2005

Contact Context /   Künstlergespräch mit Myriam Thyes

Aktuelle Videokunst aus Polen. Vortrag von Tomasz Wendland, Lukasz Ronduda und Hanna Kusmirek

Sonntag, 18. September 2005, 15 Uhr, Kunstmuseum Bonn

 

Eine Zusammenarbeit der Videonale mit dem Künstlerforum Bonn.

In Kooperation mit dem IF- Museum in Poznan zeigen das Künstlerforum Bonn und die Produzentengalerie Viktoria b die Ausstellung "Contact Context", in der Video, Fotografie, Malerei und Skulptur von insgesamt 17 Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland und Polen aufeinandertreffen.

Der polnische Ausstellungsbeitrag konzentriert sich ganz auf das Medium Video und nutzt dabei besonders die vielfältigen Möglichkeiten der Videoinstallation. Zusammen mit den aktuellen Positionen hiesiger Künstlerinnen und Künstler entsteht ein Kaleidoskop heutiger Befindlichkeiten, das Lust am Sehen bereitet.

Aus individuellen Bewegungen und der eigenen Verortung entsteht ein Geflecht von Beziehungen. Am Anfang von "Contact Context" stand ein persönlicher Kontakt.Aus der Gewissheit, dass Kunst heute Gattungsgrenzen ignoriert wie sie politische Grenzen überwinden kann, entstand dieses Austauschprojekt zwischen Nachbarländern, das in der Galerie Arsenal in Poznan mit einer deutsch - polnischen Ausstellung während des Festivals Innerspaces fortgeführt wird. Die Videonale hat im Rahmen von "Contact Context" den Kurator Tomasz Wendland eingeladen, die aktuelle Videoszene Polens vorzustellen. 

Gezeigt werden Videos von: Michał Brzeziński, Dorota Chilińska, Arti Grabowski, Grzegorz Grzesik, k-a-c-z-m-a-r-e-k, Paweł Kwiek, Agata Michowska, Andrzej Paruzel, Józef Robakowski, Janusz Szczyrek, Viola Tycz, Marek Wasilewski

Eröffnung von "Contact Context": 18. September 2005, 11 Uhr im Künstlerforum Bonn, 18. September 2005, 15 - 18 Uhr "Aktuelle Videokunst aus Polen", Videonale im Kunstmuseum Bonn

Ausstellungsdauer 18. September - 2. Oktober 2005

 

Künstlergespräch mit Myriam Thyes. Georg Elben im Gespräch mit der Video- und Medienkünstlerin

Mittwoch, 7. September 2005, 19 Uhr, Kunstmuseum Bonn


Weitere Informationen unter: www.thyes.com und www.strictlypublic.org

An diesem Abend wird Myriam Thyes ihre wichtigsten Werk-Zyklen mit Video- und Bildprojektionen präsentieren und im Gespräch mit Georg Elben zur Diskussion stellen.

Die in der Schweiz aufgewachsene und in Düsseldorf lebende Künstlerin hat an der Düsseldorfer Kunstakademie Malerei und Videokunst studiert. Sie hat u.a. Flaggen-Installationen für den öffentlichen Raum entwickelt - 1996 in Düsseldorf und 1997 in Luxemburg. Seit 1999 arbeitet Myriam Thyes vorwiegend in den Bereichen Video- und Medienkunst sowie Computer-Animation. Medienkunst-Projekte im öffentlichen Raum realisierte sie in den Jahren 2000 bis 2004 gemeinsam mit der Künstlergruppe [ Strictly Public ].

In ihren Werken geht es Thyes um die Analyse und Umwertung kultureller (Macht- und Glaubens) Symbole, die aus Religion, Architektur, Politik oder Hollywood-Filmen allgemein bekannt sind und unseren Alltag prägen. Themen wie Geschlechterrollen, Kolonialismus, Mythen bilden inhaltliche Schwerpunkte; die Motive sind z.B. Flaggen, Weltkarten, Baudenkmäler und Filmstars.

"Symbole drücken unsere Sehnsüchte und unseren (Aber)Glauben aus. In jeder Kultur und Epoche anders, doch unaufhörlich versuchen wir mit Bildern und machtvollen Repräsentationen Orientierung, Befriedigung und Bedeutung über das alltäglich Notwendige hinaus zu schaffen bzw. zu bekommen". Thyes geht den Beweggründen, Wünschen und Ängsten für den Gebrauch von Zeichen nach und hinterfragt diese auf eine undogmatische, oft auch spielerische Weise. Sie sagt dazu: "Ich gehe davon aus, dass man überkommene Repräsentationen nicht erfolgreich unterlaufen kann, ohne sie zu benutzen, weiter zu entwickeln und ihnen neue Repräsentationen entgegen zu setzen - nicht starre, sondern flexible und veränderbare Symbole."

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