Rios, Miguel Angel.
*1943 in Catamarca, Argentina, lebt in Mexico und New York USA
Studium an der Academia Nacional de Bellas Artes de Buenos Aires ARG
Ausstellungen [Auswahl]:
2008 The 5th Seoul International Media Art Biennale [media_city seoul 2008], Seoul Museum of Art, Seoul KR
The 61st International Film Festival Locarno CH
2007 Miguel Angel Ríos: Aquí, Blaffer Gallery, the Art Museum of the University of Houston, Texas USA [S]
2005 Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington, DC USA [S]
Matambre
2008 >> 02:14 Min, Ton, Farbe
In einer Black Box inszeniert Miguel Angel Ríos eine tänzerische Performance, in welcher er symbolträchtige Elemente Argentiniens in seine eigene Formensprache übersetzt. Der argentinische Künstler konfrontiert einen Tänzer in weißem Armani-Anzug mit einer Meute ausgehungerter Straßenhunde. Die rhythmisch-schnelle Fußtechnik des Mannes und die durch die Luft geschwungenen "Boleadoras" provozieren ein zunehmend aggressives Verhalten der Hunde. Die "Boleadoras" dienten den Gauchos [Viehhirten] als Schleuderwaffe, um ihre Rinderherden beisammen zu halten. Heute werden sie als Perkussionsinstrument eingesetzt und begleiten den Gauchotanz, einen argentinischen Volkstanz. An den Leinenenden werden Holzkugeln befestigt, die Ríos jedoch durch rohe Fleischstücke ersetzt. Anhand einer schnellen Schnittfolge, mittels wiederholten Perspektivwechsels zwischen dem Mann und den bellenden Hunden, konfrontiert der Künstler Hochmut und Aggression sowie Reichtum und Armut. Ein Bild des [Überlebens-] Kampfes entsteht und wird durch die fein abgestimmte Rhythmik, erzeugt durch das Schlagen der Füße und das Aufprallen der Fleischstücke auf den Boden, dramatisiert. Weiterhin verweist Matambre auf ein Wortspiel. Es bezeichnet zum einen ein argentinisches Nationalgericht, eine Art Rinderroulade, und zum anderen bedeutet es wörtlich übersetzt "Töte den Hunger!". Eine Reflektion über die aktuelle Krise des Rindfleischexports Argentiniens oder eine allgemeine metaphorische Darstellung von Machtverhältnissen sind denkbar.
Katharina Geyer
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