Kuball, Mischa.

*1959 in Düsseldorf D, lebt in Düsseldorf D
2005-2008 Professur für Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe
seit 2007 Professur für Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien, Köln

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2008 LightShadowComplex, Museum of Contemporary Art, Pori FIN [S]
2007 ReMix/Broca II [Letters/Numbers], ZKM Museum für Neue Kunst, Karlsruhe [S]
2005 pace - speed - speech, Gallery of Modern Art, Glasgow UK

 

 

Platon's Mirror

2008 >> 20:52 min, Ohne Ton, Farbe

 

Mischa Kuball hält uns in seiner Arbeit Platon´s Mirror das Höhlengleichnis Platons vor Augen. Dabei dient ihm eine aufgespannte Folie als Projektionsfläche. Der frontale Lichteinfall wird über diese bewegliche Oberfläche reflektiert und es entstehen amorphe Flächen, strukturiert durch den Faltenwurf. Assoziationen an eine Landschaft werden unter anderem durch die Horizontlinie geweckt. Der strahlenförmige Faltenwurf im oberen Drittel lässt das Bild einer Sonne entstehen, die in Platons Gleichnissen für "das Gute" steht. Wie in Platons Höhlengleichnis sind Abbilder vorbeiziehender menschlicher Figuren als Reflexionen wahrnehmbar. Dabei entstehen, vergehen und wandeln sich teils farbige Flächen, Konturen und Formen in unterschiedlichen Rhythmen auf einer Fläche, deren Geschlossenheit in drei kleinen Partien links gebrochen wird. Das Projizierte ist nicht greifbar. Das Darstellende lässt sich nicht auf etwas Dargestelltes beziehen, die Schattenspiele bieten keine eindeutig festlegbare Interpretationsmöglichkeit. Gezeigt werden Abbilder der Wirklichkeit, Spiegelungen - wie schon im Titel angedeutet. Diese finden bezeichnenderweise über das reflexive Medium des Videos statt. Im doppelten Sinn also parodiert Kuball Wahrnehmungstheorien des 20. Jahrhunderts, die ihren Ursprung im Dualismus der Antike haben. Eine dialektisch-visuelle Demonstration von Medienkritik, Rezeptionsästhetik und medialer Pseudorealität.

 

Pia Damm

 

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