Knapp, Tessa.

*1981 in Stuttgart D, lebt in Köln D
2001-2007 Kunsthochschule für Medien Köln D

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2008 Zur Zeit Köln, Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis, Bregenz A
Conspire!, Transmediale 2008 Berlin D
Videoformes, Clermont Ferrand F
2007 Geracao Transterritoril, Museo Paco des Artes, Sao Paulo BR
China International Gallery Exposition, Multimedia Arts Lab Beijing CN

 

 

No Void

2007 >> 04:50 Min, Ohne Ton, Farbe

 

In ihrer Arbeit No Void nimmt Tessa Knapp den Betrachter mit in einen unbegrenzten dunklen Raum. Am Anfang ist nichts als Schwärze. Nach wenigen Sekunden erstrahlen erst ein, dann zwei Scheinwerfer und beleuchten das Dunkel, aus dem allmählich sich ausbreitender Bühnennebel strömt. Dies geschieht völlig lautlos; während der gesamten Dauer der Arbeit stört kein Ton das Geschehen vor den Augen des Betrachters. Licht und Rauch machen eine Szene sichtbar, die an ein Bühnenstück erinnert. Das Warten auf den Menschen oder den Gegenstand, der in den Mittelpunkt dieser Inszenierung tritt, wird beinahe greifbar. Die Erwartung des Protagonisten, um den es sich hier handelt, wird bald von der Erkenntnis abgelöst, dass es hier um mehr geht und von der Besinnung auf das, was ist, genauer was nicht ist: No Void, keine Leere, kein leerer Raum. Die sich bewegende, raumgreifende Nebelwolke füllt die Schwärze, die in der Vorstellung des Betrachters Tiefsee und Weltall zugleich assoziieren lässt, und aus der Fantasiegestalten auftauchen. Die Nebelwolke selbst wird zur Protagonistin. Tessa Knapps stille, atmosphärische Arbeit packt einen auf vielschichtige Weise: In die Wahrnehmung des ästhetischen Rauchs mischen sich Gedanken über die eigene Rolle auf dieser Bühne, als sich vom dunklen Bildrand zwei von Menschen geführte Kameras langsam nähern. Auf ihren Bildschirmen flackert das weiße "Nicht-Nichts" ebenso wie vor den Augen des Betrachters, der vor seinem eigenen Bildschirm unbemerkt Teil des Bühnengeschehens geworden ist.

 

Kristina Engels

 

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