Bouvy, Aline & Gilles, John.

Aline Bouvy *1974 in Luxembourg, lebt in Brüssel BL
1999-2001 Jan van Eyck Academie, Maastricht NL
1995-1999 Ecole de Recherche Graphique, Brüssel BL

 

John Gillis *1972 in Belgien, lebt in Brüssel BL
1998-2000 Jan van Eyck Academie, Maastricht NL
1993-1997 Ecole de Recherche Graphique, Brüssel BL

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2008 Decoder, Contemporary Art Center [CAC] Vilnius LT
Publish and be damned, Goethe Institute, New York USA
2007 Aline Bouvy/John Gillis, Zoo Galerie, Nantes F [S]
2006 Acid on my Sphinx, Palais des Beaux-Arts, Brüssel BL [S]
2004 No Friture, Die junge belgische Szene, Kunstverein Mannheim und
and Kunstverein Ludwigshafen D

 

Venusia

2007 >> 08:00 Min, Ton, Farbe

 

Angelockt von einer Perlenkette, wie ein Fisch vom Köder, beißt die Frau an. Verführt vom Wunsch nach Glanz und dem venusianischen Versprechen von Schönheit verleibt sie sich die Perlen ein, versteckt sich hinter lackierten Fingernägeln und erscheint nackt, doch maskiert, wie Fritz Langs Maschinen- Frau. Das Künstlerpaar Aline Bouvy und John Gillis collagiert in seiner Arbeit Venusia Ausschnitte aus Modemagazinen vor einem schwarzen Bildhintergrund und setzt sie in Bewegung. Auf diese Weise kreieren die Künstler eine surrealistisch anmutende animierte Collage, deren trashige Hochglanz-Ästhetik von einem monotonen Synthesizer Baroque R´n´B Soundtrack verstärkt wird. Ausgehend von dem entleerten Maskenblick der Frau tauchen immer wieder Augen als Motiv in dem von Bouvy und Gillis entworfenen Kosmos auf. Sie umkreisen und beobachten die unterschiedlichen Transformationen in den Bildsequenzen. Es scheint, als befüllten sie den offenen "Behälter" Frau mit Informationen aus dem gesellschaftlichen Umfeld, das zu einem Kontinuum aus Leibesinseln, Schmuck und Accessoires wird. In der letzten Einstellung durchlaufen Hunderte von Gesichtern aus Modemagazinen in rascher Schnittfolge eine Maske und erwecken so die leere Hülle der mechanischen Puppe zum Leben. Sie dekonstruieren die Illusion einer aus Individuen bestehenden Gesellschaft und entlarven diese als Projektionsfläche eines fetischisierten Schönheitskultes.

Jakob Pürling

 

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